Blog - ETMN-PICTURES
  • Sun, 15 Oct 2017 01:28:51 +0000

    Der Flughafen Nordholz in den Schlagzeilen

    In der vergangenen Woche gab es gleich mehrfach Meldungen zum Zivilflugplatz in Nordholz. Einmal in Bezug auf die geplanten Füge und nicht stattfindenden Flüge der Germania und einmal in Bezug auf die zivile Mitbenutzung. So ging es am Freitag den 13.10. darum das durch das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil bestätigt wurde. Bei dem Gerichtsverfahren hatte die Klägerin sich über zu viel Lärm durch den Umzug der Helikopter von Kiel nach Nordholz beschwert. Das Gericht hat entscheiden das dafür entsprechende Genehmigungen hätten eingeholt werden müssen. Dieses wird nun wohl nun durch die Bundeswehr nachgeholt. Außerdem stellt das Gericht fest, das der Militärflugplatz in Nordholz über keine Zulassung als Flugplatz verfügt. Die in letzter Konsequenz die Bundeswehr zur Wahrung ihrer hoheitlichen Aufgaben aber auch nicht benötigt. Das Urteil bzw. die Begründung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist zumindest Online noch nicht einsehbar. Daher frage ich mich auch woher die Zeitungen ihre Informationen haben.

    Meiner Meinung nach ist das ganze schon merkwürdig. Da wohnt man in der Einflugschneise eines Flughafens, der mit Unterbrechungen um die 100 Jahre existiert und beschwert sich über Fluglärm. Meiner Meinung nach ist der Flugbetrieb auch mit den Hubschraubern aus Kiel, in der letzten Dekade, deutlich weniger geworden. 14 Atlantik wurden durch 8 P-3 ersetzt, von denen aber bis zum Jahr 2017 maximal 7 überhaupt Flugbereit waren. Mal ganz spontan 50% weniger.  Und insgesamt hat der Flugbetrieb des Militärs in diesem Zeitraum, meiner subjektiven Meinung nach, deutlich abgenommen.

    Interessant ist, das die Zeitungen in diesem Zusammenhang immer nur das aktuelle Urteil anführen. Und auch ein Rechtsanwalt aus Bederkesa ist der Meinung, das die zivile Mitbenutzung, durch die fehlende Genehmigung des Militärischen Flugplatz, hinfällig ist. Interessant ist, das es auch schon ein früheres Urteil das OVG Lüneburg vom 17.10.2000 gibt. Da ging es in einer Klage, vermutlich durch die selbe Klägerin, um die zivile Mitbenutzung und die damit verbundene Lärmbelastung. In dem Urteil wird unter anderem festgestellt

    Für die Anwendung des § 8 Abs. 5 und Abs. 7 LuftVG (Gestattung der zivilen Mitbenutzung durch Änderungsgenehmigung) reicht es aus, dass der Militärflugplatz tatsächlich betrieben wird.

    In der Urteilsbegründung wird unter Ziffer 67 und folgende auch noch genauer eingegangen. Deshalb frage ich mich nun, warum wegen der fehlenden Genehmigung des Militärflugplatz so ein Fass aufgemacht wird, wenn die Fakten schon seit 2000 feststehen und nicht in Frage gestellt wurden. Und auch seit diesem Zeitpunkt feststeht das diese fehlende Genehmigung kein Hinderungsgrund für die Mitbenutzung ist.

    Zweites Thema, in der gleichen Ausgabe, war das scheitern der Flüge durch Germania. Zum einen hatte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) geäußert das er nicht glaube das in Nordholz Taliban in den Flieger steigen und zum anderen äußerte sich die Pressesprecherin des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. So sagte Frau Sabine Schlemmer-Kaune

    Aus Sicherheitsgründen ist es leider nicht möglich, auf konkrete Gründe in der Öffentlichkeit einzugehen und diese zu benennen.

    Da komme ich mir als Bürger des Landes Niedersachsen dann doch ein wenig verarscht vor. Aber ich bin es mittlerweile schon gewohnt das mit dem Argument „Sicherheit“ alles begründet werden kann, auch ganz ohne Begründung. Genauso wie man alle möglichen Grundrechte einschränken kann, mit dem Hinweiß auf die Terrorgefahr. Wenn man sich zum Beispiel die Ergebnisse des Sonderermittlers zum Fall Amri anschaut, dann liegen die Probleme wohl ganz wo anders. Und ich finde es auch erstaunlich das die Behörde bzw. das Ministerium nichts zu den Gründen sagen kann. Zumindest die entsprechenden Gesetzte kann jeder interessierte Bürger in der DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2015/1998 DER KOMMISSION nachlesen. Warum man dann nicht darlegen kann woran es scheitert, erschließt sich mir nicht so wirklich.

    Auch in der selben Woche hat der Director of Sales bei Germania ein Interview gegeben. Und da ist er relativ direkt. Er sagt das die Gäste von Germania quasi schikaniert werden. Und er stellt heraus das er sich als Flughafen direkt schikaniert fühlen würde. So sagt er, das die Airline die erste Version des Luftsicherheitsplans des Zivilflugplatz Nordholz auch von einem Experten hat prüfen lassen. Das Ergebnis war, dass es für einen internationalen Verkehrsflughafen etwas zu dünn wäre, aber für einen der Größe von Nordholz absolut genehmigungsfähig ist. So wurden die Kontrollen für die Crew bemängelt. Normalerweise gibt es an Flughäfen unterschiedliche Kontrollen für Crew und Passagiere, die für die Passagiere sind strenger. In Nordholz gab es für die Crew einen Herren der diese Kontrolle durchführte. Hier wurde bemängelt, was denn bei einer weiblichen Crew wäre. Dies hält Altenburg ebenso für Schikane wie das Verbot der Betankung der Maschinen durch die Bundeswehr. Auch stellt er heraus das nach dem Erstflug, alle, inklusive der Crew, sehr angetan waren. Und auch stellt er einen weiteren Versuch für das Jah 2018 in Aussicht.

    Für mich macht das ganze den Eindruck das es wohl andere Gründe geben wird, als Sicherheitsmängel. Als außenstehender verstärkt sich mich Eindruck weiter, das ganz offensichtlich diese Flüge, warum auch immer, jemandem ein Dorn im Auge sind. Wenn es mit der Sicherheit so schlecht bestellt ist in Nordholz, dann wäre es ja auch fahrlässig Charterflüge oder Helgolandflüge von dort zu unternehmen. Zumindest war das bestimmt nicht das letzte Wort zu diesen Vorgängen.

  • Sat, 14 Oct 2017 23:29:07 +0000

    Lesetipp – Fate is the Hunter

    Wie man sieht komme ich momentan nicht wirklich zum fotografieren aber zum Lesen. Und so kann ich nach rund einer Woche schon den nächsten Tipp präsentieren.

    Fate is the Hunter von Ernest Kellogg Gann, geboren am 13 Oktober 1910 in Lincoln, Nebraska. Gestorben mit 81 Jahren am 19. Dezember 1991. Sein beruflicher Werdegang begann als Filmvorfüher. In seiner Freizeit erwarb er in seiner Freizeit eine Pilotenlizenz. Während der Depression verlor er seinen Job in der Filmindustrie und zog schließlich nach Kalifornien. Dort arbeitete er unter anderem in Burbank als Fluglehrer. Ein Freund beschaffte ihm einen Job bei einer lokalen Airline. In den späten 30er Jahren zog er samt Familie wieder nach New York und wurde dort von American Airlines angestellt und flog DC-2 und Dc-3. Im Jahr 1942 wurden viele Piloten von US Airlines in das Air Transport Command der United States Army Air Force eingegliedert. So auch Gann. Im Rahmen dieser Tätigkeit flog er DC-3, DC-4 und C-87 über den Nord Atlantik nach Europa, Afrika, Südamerika und Indien. Nach dem Krieg flog er bei Matson Airlines und am Ende seiner Fliegerkarriere auch Transportflüge im Korea Krieg. Genau bis zu diesem Zeitpunkt handelt das Buch. Fate is the Hunter könnte man wohl am besten mit „Das Schicksal ist ein Jäger“ übersetzen. Und dieses Thema, Schicksal, taucht auch immer wieder im Buch auf. Bei den Aufzählungen von gestorbenen Freunden im Verlauf des Buches wird einem schon fast schwindelig. Im Rahmen dessen stellt es sich die Frage warum er soviel Glück hat oder andere eben nicht. Und in den verschiedenen Episoden in dem Buch, wird ganz deutlich das es in vielen Fällen pures Glück und nicht etwa Können war, was ihn am Leben gehalten hat.  Ich fand das Buch sehr spannend, da eigentlich jedes Kapitel über unvorhergesehene Vorkommnisse auf seinen Flügen handelt. Mal banal, mal lustig oder aber auch mit fast katastrophalen Ausgängen. Das Buch ist in einem leicht verständlichen Englisch geschrieben, die Übersetzungsfunktion des Kindle musste ich recht selten verwenden. Die Geschichten in dem Buch behandeln nicht ausschließlich die fliegerischen Aspekte, sondern auch das drumherum, was die Gedanken und Gefühlswelt des Autors betrifft. Dieses wird aber nicht unnötig in die Länge gezogen, so das es nicht langweilig oder eintönig wird. Viele der Bücher die es im Luftfahrtbereich so gibt, handeln ja meist von sogenannten „Helden“ die meist im Krieg als Kampfpilot in der Luft waren. In diesem Buch wird aber die Geschichte eines Transport- und Airlinepiloten geschildert. Und gerade was die Anfänge der Transporte des Kriegsmaterials über den Atlantik angeht, kann man da schon von Pionieren und Helden sprechen. Mir persönlich ging es beim Lesen immer so, das ich mich gefreut habe das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Bei manch einem Buch ertappt man sich selbst ja dabei das man öfter mal schaut wie viele Seiten noch zu lesen hat. Hier ist es genau anderes herum, man ist ein wenig traurig das es zu Ende geht. Natürlich dürfen auch bei diesem Buch ein paar Zitate nicht fehlen, so kann man vielleicht auch ein wenig einschätzen wie das Buch tatsächlich geschrieben ist.

    So zum Bespiel der Kommentar seines Captains zu einer seiner Landungen am Anfang seiner Laufbahn.

    “That,” says McCabe, massaging his back, “was not a landing. It was an arrival.”

    Und auch zu der Fliegerei über den Atlantik gibt es einige recht nachdrückliche Aussagen in dem Buch

    “Put your trust in God and Pratt and Whitney.”

    Und auch gab es für die Flüge spezielle Anweisungen für die Einstellung der Motoren und Propeller

    They had concluded that we should set the propeller revolutions at a mere fifteen hundred per minute, instead of the customary nineteen hundred or two thousand. The engine engineers, after consulting their slide rules, resolved that such procedure would do no harm to their machinery providing we refrained from using too much manifold pressure; which was the same as saying thin ice will support you indefinitely or at least until the arrival of spring.

    Mit der C-87 Liberator Express ist er nie so richtig warm geworden, was unter anderem diese Aussagen sehr anschaulich belegen.

    The C-87 had other built-in evils. It was a ground-loving bitch, and with heavy loads it rolled, snorted, and porpoised interminably before asserting its questionable right to fly

    “A C-87 does not really fly,” he explained to the bewildered Binkowski, who had not broken his contemplation of the Virgin since we had reached cruising altitude. “No, indeed, it does not fly. It is merely a crude form of levitation.”

    The transfer of fuel from the reserve tanks to the operating tanks was necessary on every flight of any duration. It was a nervous and an odoriferous business. All smoking was stopped while the smell of high-octane gasoline marinated the entire airplane. We stopped smoking because the connecting hoses invariably leaked, some enough to make troublesome puddles on the floor. A high-octane wading pool is something you can’t throw out the window.

    Throughout this eye-burning transfer process we also kept the radios silent, with the idea of preventing explosion. It never seemed to trouble any of us that the fuel transfer pump was also electric and gaily threw out sparks within a few feet of the hose connections.

    Und nebenbei habe ich auch noch etwas gelernt. Nämlich wie die Antriebe an einem Flugzeug mit 4 Triebwerken nummeriert werden.

    The four engines of any plane are numbered for easy identification. Number one is the farthest out on the left wing, number two the inner engine, and three and four in corresponding positions on the right wing.

    Abschließend kann ich auch dieses Buch wieder uneingeschränkt empfehlen. Auch wieder eine klasse Investition für die dunkleren Tage. Mit 5,49€ ist es auch kein sehr großer Betrag den man investieren muss.

  • Sat, 07 Oct 2017 20:29:52 +0000

    Lesetipp

    Eines der letzten Bücher das ich gelesen habe war The Last Top Gun: A Story Of The Last Generation Of Navy Fighter Jocks. Ich war auf der Suche nach einem Buch über die F-14 und in einem anderen Buch welches ich gelesen habe, wurde dieses empfohlen. Überhaupt habe ich festgestellt das es nicht so eine riesige Menge von Tomcat Piloten gibt, die in der Folge ein Buch geschrieben haben. Ein weiteres das einem dann oft angezeigt wird, ist Tomcat Days. Dieses ist aber schon im meinem Besitz, daher war es keine Option. Das Buch hält sich nicht viel mit dem Werdegang oder dem Leben vor der Fliegerei auf, was ich persönlich positiv finde. Es geht recht zügig um die Ausbildung und was dabei so erlebt wird. Auch dieses Buch ist ideal für kalte regnerische Wintertage auch wenn man vermutlich nicht lange daran zu lesen hat. Ich habe es an einem Wochenende durch gehabt. Einmal angefangen ist es recht packend und man legt es selten zur Seite. Auch ist in diesem Buch das (damals) jährlich stattfindende Treffen der F-14 Community in Las Vegas beschrieben. Vermutlich ist das auch der Anlass, zu dem die berühmt berüchtigten Fighter Fling Videos erstellt wurden. Die Beschreibung der Ereignisse auf dieser Feier hat mich dann schon erstaunt und ich gehe davon aus das noch ein guter Teil weggelassen wurde. Auch sind zwei Landgänge vom Flugzeugträger beschrieben. So war es zum Beispiel in Australien/Perth so, das einer der „Jockeys“ schon vor Ankunft der Trägergruppe per Flugzeug an Land verlegte. Dieser hatte, ausgestattet mit 10.000$, die Aufgabe sicherzustellen das der einwöchige Landgang der Staffel ein voller Erfolg wird. Das Geld ist hauptsächlich durch den Verkauf von T-Shirts auf dem Träger zusammen gekommen. Und am Tag des Anlegens des Trägers, wurden die Piloten der Staffel mit einem gecharterten Boot, inklusive Band,Frauen und kaltem Bier empfangen. Außerdem wurden mittels F-14 und unter Inkaufnahme des unterschreiten der Mindesthöhe, Flugblätter mit Ort und Datum der Staffelparty, über Perth abgeworfen. Der interessierte Leser fragt sich nun natürlich, wie man aus einer Tomcat Flugblätter abwirft. Ganz einfach, sie wurden unter die Luftbremse gepackt und diese dann im Flug betätigt. Auch wird an einigen Stellen des Buches aufgeklärt wie Rufzeichen zustande gekommen sind. Ich meine es gibt sogar Fußnoten, anhand derer die Namen erklärt werden. In den Meisten fällen würde man wohl nicht auf die Bedeutung kommen. Fast genial finde ich, wie die Erzählform des Buches gewählt wurde. Es ist so das der Erzähler als Reservist in eine Bar kommt die er von früher kennt und in der immer Navy Piloten waren. Er stellt als erstes fest das dort jetzt wesentlich weniger los ist als früher und das auch eine andere Stimmung herrscht. Dort trift er auf einen jungen Pilot und eine junge Pilotin. Was auch gleich den Wandel zu der Zeit wiederspiegelt in der er in der Navy war. Und diese Tatsache führt dann natürlich auch gleich zu einer Diskussion mit der Pilotin. Der Leser ist quasi Zuschauer bzw. Zuhörer beim Gespräch der 3 Piloten. Das finde ich persönlich klasse gewählt und ließt sich gut.
    Der einzige Nachteil des Buchs könnte für den ein oder anderen sein, das es in Englischer Sprache verfasst ist. Ich persönlich bevorzuge allerdings inzwischen englische Bücher. Zum einen ist die Auswahl dort, was Luft- und Raumfahrtliteratur angeht ungleich größer als in deutscher Sprache und zum anderen sind die englischen Bücher meist deutlicher günstiger. Wenn man das ganze dann noch für den Kindle kauft, ist es noch mal günstiger. Für englische Bücher bevorzuge ich inzwischen das Ebook Format, da hier das Nachschlagen, wenn man doch mal ein wort nicht kennt, ungleich schneller geht.

    Hier noch ein paar Auszüge aus dem Buch. An dieser Stelle geht es um die Rufzeichen / Callsigns

     

    Rolls chuckled. “I’ve heard some good ones in my day. How about Clang—clueless arrogant new guy. Or Slaw—shops like a woman.” Both Rolls and Spyder laughed. “One of my RAG mates know-it-alls was anointed Sage—self-appointed guru of everything,” added Rolls. “I knew a guy who slept constantly on cruise and became Mantress—half-man, half-mattress.” Spyder and Rolls exchanged several more call signs before the senior officer launched back into more stories from his first fleet squadron.

    In mehreren Büchern aus dem englischen, so auch in diesem, lese ich immer wieder von der 8-Stunden Regel. Ich kannte bisher nur „24 hours from the bottle to the throttle“

    The FAA and navy shared a strict policy of no alcohol eight hours prior to flight, more commonly

    Auch lernt man immer wieder neue Ausdrücke

    FUSBAAC, short for Fucked Up So Bad An Admiral Called.

    Auch eine interessante Umschreibung für eine Person die nicht die hübscheste auf der Erde ist

    people would have said he fell out of the ugly tree and hit each branch on the way down.

    Also alles in allem kann ich das Buch nur Empfehlen, zumal da das Ebook für den Kindle schon für $3,66 zu haben ist.

     

  • Fri, 29 Sep 2017 13:15:40 +0000

    Mit Germania von Nordholz nach Mallorca

    Schon seit längerer Zeit war bekannt das ab dem 22.09.2017 Flüge von Nordholz nach Mallorca durchgeführt werden sollen. Tatsächlich hat es aber zum ersten Termin, dem 22.09. nicht geklappt. Grund dafür waren wohl Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbehörde und auch Nachbesserungen am Konzept konnten nicht verhindern, das der erste Flug nicht wie geplant von Nordholz durchgeführt werden konnte. Tatsächlich wurde dieser Flug von Bremen aus gestartet. Vermutlich für viele der Passagiere eine herbe Enttäuschung, da vermutlich die Nähe des Flugplatzes in Nordholz ein Hauptargument für viele der Gäste war.

    Am 29.07.2017 war es dann endlich soweit. Pünktlich un 12.05 Uhr landete der Airbus A319-112 mit der Kennung D-ASTT in Nordholz. Wenn man ein wenig um die Ecke denkt, dann hat dieses Flugzeug sogar einen Bezug zu Nordholz. Die Maschine ging an nach ihrere Auslieferung an die Airline Hamburg International. Diese Airline wurde im Jahr 1998 gegründet. Geschäftsführer und gleichzeitig einer der Gründer der Airline, war der inzwischen verstorbene Norbert Grella. Auch dieser Herr hat einen Bezug zu Nordholz, er war als Marineflieger Teil einer Atlantic Crew. Und Hamburg International war es auch die schon im Jahr 2002 Flüge von Nordholz nach Mallorca durchführte. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Nordholzer Reiseunternehmen NEY. Allerdings war diese Verbindung nicht so profitabel wie erhofft und wurde nach einigen Flügen eingestellt.

    Zur Eröffnung des Zivilflugplatz gab es einen Tag der Offenen Tür, am 09.03.2002. Bei diesem wurden Rundflüge mit einer 737 der Hamburg international angeboten. Geplant waren wohl 2 Flüge a 45 Minuten, es wurde aber auf 4 Flüge aufgestockt, da die Nachfrage so groß war.

    Die 1986 ursprünglich von türkischen Unternehmern gegründete Germania hat eine Flotte von 29 Flugzeugen die aus Airbus A321, A319 und Boeing 737 besteht. Zuletzt war Germania unter anderem in den Schlagzeilen da Germania gegen die 150 Millionen Bürgschaft für Air Berlin geklagt hat.
    Auf dem noch nicht eröffneten Airport Berlin Brandenburg wurde von Germania zusammen mit Air Berlin eine Wartungshalle gebaut. Wenn man ein wenig recherchiert im Internet, stößt man immer wieder auf Meldungen in denen Germania als Pay2Fly Airline charakterisiert wird. Letztlich bedeutet es das die Bezahlung bei diesem Unternehmen wohl nicht sehr hoch ist. Das kann ich natürlich nicht beurteilen.

    Der A319 hob am Ende ziemlich genau mit einer Stunde Verspätung ab. Grund dafür war eine Hundetransportbox im Frachtraum. Da wohl die Gurte, um die Box im Frachtraum zu verzurren, fehlten, musste Germania umplanen. Bzw. war es wohl so geplant das Germania diese Gurte im Flugzeug mitführt, was dann aber tatsächlich wohl nicht der Fall war. Das führte dazu das vor Ort improvisiert werden musste was in der Folge zu der einstündigen Verzögerung führte. In einer der Meldungen der Lokalpresse war auch noch zu lesen, das es nicht möglich ist die Flugzeuge von Germania in Nordholz zu betanken. Grund dafür soll sein, das die Bundeswehr kein zugelassener Flughafenlieferant sei.
    Laut einem Bericht von Buten und Binnen war eines der Probleme das fehlen von geeigneten Sicherheits-Mitarbeitern. Offensichtlich bestehen die Bedenken der Luftfahrtbehörde aber noch immer, zumindest handelte es sich um eine Ausnahmegenehmigung. Diese galt nur für den 29.09.2017. Ob die kommenden Flüge auch wie geplant von Nordholz stattfinden können, wird sich wohl erst im Lauf der kommenden Woche entscheiden.

    Welche Sicherheitsbedenken für einen dauerhaften Flugbetrieb noch bestehen, wollte die Behörde mit Verweis auf „sicherheitsrelevante Fragestellungen“ nicht genauer erklären. Eine größere Maschine wie der Airbus 319 hat nach Behördenangaben eine andere Risikobewertung als etwa die kleineren Maschinen, die in Nordholz bisher abgefertig werden.

    Also bleibt es weiterhin spannend und mann muss abwarten wie es am kommenden Freitag weitergeht. Gekommen ist die Maschine im übrigen mit 73 Passagieren aus Mallorca und mit 143 wieder abgeflogen.

    Am Montag den 02.10.2017 erschien dann online die folgende Meldung bei nord24. Und auch die Cuxhavener Nachrichten nahmen sich des Themas an. In diesem Artikel heißt es unter anderem

    Nach der Erteilung einer Einzelgenehmigung für den Flug am 29. September und der entsprechenden Durchführung der Abfertigung sei jedoch festzustellen, dass die Umsetzung sämtlicher gesetzlicher Auflagen und Vorschriften in dieser Größenordnung jedenfalls derzeit nicht ausreichend gewährleistet werden könne. Die noch verbleibenden sechs Flüge werden daher in Abstimmung mit der Germania voraussichtlich über Bremen geführt werden. „Wir bedauern dies sehr und bedanken uns bei den vielen Partnern, Organisationen und Personen, die uns in diesem Projekt sehr stark unterstützt haben“, sagte Lötsch.

    Der starke Zuspruch aus der Region habe gezeigt, dass der Flughafen Nordholz in der Region angekommen sei. Dies sei weiterhin Ansporn für das Flughafenteam. Lötsch: „Wir werden auch zukünftig im Rahmen des Machbaren für den Bereich Inselflüge und Charter unseren Beitrag zu einer positiven Regionalentwicklung leisten.“

    Wenn man die Worte ließt, scheint zumindest die Buchungssituation der 8 Flüge gut gewesen zu sein.

  • Sat, 02 Sep 2017 18:35:33 +0000

    100 Jahre Flughafen Lübeck

    Am Wochenende des 02. und 03. September fand auf dem Flughafen Lübeck eine Feier aus Anlass des 100 jährigem bestehen statt. Da das Wetter recht gut aussah und die Verbindung mit dem Zug von Cuxhaven auch ideal ist, machten sich 3 Tapfere Niedersachsen auf nach Schleswig-Holstein. Dank Wochenendticket der Bahn war der Fahrpreis mit 16€ Hin- und zurück mehr als akzeptabel. Erster Rückschlag war die Tatsache das der Zug um 7 von Cuxhaven ersatzlos gestrichen wurde. Der Zugführer hatte sich krank gemeldet.
    Vom Hauptbahnhof in Lübeck gibt es eine direkte Verbindung zum Flughafen, so war die stressfreie Anreise gesichert.

    Am Flughafen angekommen war ich erstmal erstaunt das die Besucherzahlen noch relativ übersichtlich waren. Natürlich gab es auf dieser Veranstaltung kein 4 Stündiges Flugprogramm, mir hat es dennoch gut gefallen. So stand dort zum Beispiel, quasi als Blickfang, die Transall 51+01 in ihrer silbernen Sonderlackierung. Und wann hat man schon die Gelegenheit eine Transall von innen zu besichtigen, ohne eine Schlange von 100m oder mehr. Hier hatte man praktisch keine Wartezeit.
    Auch konnten zum Beispiel DC-3 und Noratlas von innen besichtigt werden. Dafür war allerdings ein kleiner „Obolus“ fällig, ich meine 2€. Diesen habe ich gerne gezahlt, da die Instandhaltung der letzten fliegenden Noratlas sicher einiges an Geld verschlingt.

    Neben diversen Oldtimern war natürlich auch die Bundeswehr vertreten. In Form der Marine mit Do228 und P-3C und die Luftwaffe mit Transall, EC135 und einem der gemieteten Bell Jet Ranger. Bei letzterem ist mir besonders der Patch eines der Soldaten aufgefallen. Er stellt quasi den Grund für diese Beschaffung dar. Mit dem EC ist eine Autorotation nicht oder nur in einem extrem engen Fenster von Parametern möglich. Daher wurden die Jet Ranger beschafft um dieses auf diesen Maschine durchzuführen.

    Neben einigen Doppeldeckern führten auch Do28, DC-3 und diverse Kleinflugzeuge Rundflüge durch. Flugvorführungen gab es unter anderem von Vater und Sohn Eichhorn mit T-6 und T-28 sowie der Bronco des Bronco Demo Team aus Belgien.

    Die Geschichte des Flugplatz in Lübeck ist recht wechselvoll. So wurde er im Jahre 1917 durch die königlich preußische Fliegerschule Lübeck in Betrieb genommen. Nach 1933 wurde der Flugplatz in Blankensee wieder zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe. Erste Einheiten waren mit Ju 87 und später mit He 111 auf dem Flugplatz vertreten. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren Düsenjäger vom Typ Ar 234 und Me 262 auf dem Platz stationiert.
    Direkt nach der Einnahme des Flugplatz durch britische Truppen waren auf dem Flugplatz in Lübeck bis etwa 1950 rund 40 verschiedene Squadrons stationiert. Im Rahmen der Luftbrücke nach Berlin waren in Lübeck etwa 30 britische Dakotas stationiert.

    Mit Beginn der 50er Jahre erlaubten die Alliierten Segelflüge vom Flughafen, der Aero Club Lübeck wurde Betreiber. Eigentümer war die Bundesvermögensverwaltung. Ab 1955 waren auch zivile Motorflüge erlaubt.

    In einem Zeitraum von etwa 50 Jahren im Kalten Krieg waren in Lübeck Zieldarstellungsflugzeuge stationiert. Den Anfang machte die Belgische Firma COGEA die Spitfire für diese Aufgabe einsetze. Abgelöst wurden diese Ende der 50er Jahre von Hawker Sea Fury mit Deutscher Zulassung. Betrieben durch die Firma DLB. Nach einer Razzia bei der DLB wurde das Lübecker Personal durch die Firma Rhein-West-Flug übernommen. 1975/76 wurden die Sea Furry’s durch fabrikneue Rockwell OV-10 Bronco ersetzt. Ab 1980 wurden diese Maschinen durch vier IAI Westwind II ergänzt. An diese kann ich mich auch noch erinnern da sie relativ markante Formen haben. 1989 wurden die Maschinen durch eine Staffel neuer Pilatus PC-9 ersetzt.

    Nach der Wiedervereinigung wurde der Flugplatz durch Charterfluggesellschaften genutzt. Ab 2000 begann Ryanair mit Verbindungen nach Stansted. Im Jahr 2005 verkaufte die Stadt Lübeck die Mehrheit der Anteile am Flughafen an die neuseeländische Gesellschaft Infratil. Gekauft hat Infratil den Flughafen für 37 Mio. NZ$. Nachdem sich die geplanten Passagierzahlen nicht realisieren ließen, wurde der Flugplatz im Jahr 2009 für 64 Mio. NZ$ wieder an die Stadt Lübeck zurück verkauft.  Bis zum Jahr 2012 wurde der Flugbetrieb finanziell durch die Stadt Lübeck abgesichert. Danach übernahm der ägyptische Geschäftsmann Mohammed Rady Amar den Flughafen. Im April 2014 wurde bekannt das er seine Anteile verkauft hat und die neue Geschäftsführung nicht zu erreichen ist. Der Flugplatz meldete Insolvenz an. Im Juli 2014 wurde bekanntgegeben das die in Hongkong ansässige PuRen Gruppe den Flugplatz übernimmt. Am 30. September 2015 stellte PuRen Germany GmbH einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Im April 2016 verließ mit Wizzair die letzte Fluggesellschaft den Flughafen.

    Seit Juni 2016 ist der Unternehmer Winfried Stöcker Besitzer des Flughafens. Einer der Gründe für die Übernahme war wohl damit den Flughafen offen zu halten. Den für die Firma von Stöcker, Euroimmun sei der Flughafen wichtig. Langfristig soll es aber auch wieder Linienflugbetrieb von Lübeck aus geben.
    Es bleibt also spannend was die Zukunft des Flugplatz angeht.

    Wenn man die Geschichte des Flughafen anschaut, versteht man mit DC3, Bronco oder GFD auch die Auswahl einiger der Gäste.

     

  • Sun, 30 Jul 2017 15:39:08 +0000

    Vorfeldtour auf dem Flughafen Bremen

    Ein Bremer Spotter hatte eine Vorfeldtour für die lokalen Spotter auf dem Bremer Flughafen organisiert. Netterweise wurde das lokal bis nach Nordholz erweitert und so konnte ich auch daran teilnehmen. Der Tag (ein Sonntag) fing damit an das ich erstmal richtig kräftig verschlafen hab. Als ich dann tatsächlich im Auto gesessen habe, waren noch ungefähr 45 Minuten bis zum Zeitpunkt des Treffens. Google meinte aber das es von der Zeit her klappen sollte und so war es am Ende auch. Unser Guide an dem Tag war ein ehemaliger Radarlotse des Flughafen, der neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, auch diese Vorfeldtouren begleitete. Nach einer Sicherheitskontrolle konnte der Bus bestiegen werden. Dieser brachte uns zu einem Punkt auf dem Vorfeld auf dem man fotografieren konnte. Es ist schon recht cool wenn man nur wenige Meter neben den rollenden Maschinen steht. Und natürlich bieten sich auf diese Art ganz neue Einblicke und Sichtweisen. Als zweiter Stand- Fotopunkt wurde ein Platz in der Nähe der Feuerwache gewählt. Leider war die Zeit dann recht schnell zu ende und in Summe war die Fahrzeit länger als der Aufenthalt auf dem Vorfeld. Trotzdem habe ich es nicht bereut, es hat sich definitiv gelohnt. Eine gewisse Zeit habe ich dann doch auf der Besucherterrasse verbracht und in der angrenzenden Bremenhalle.

    Junkers W33 „Bremen“

    Mir war schon bewusst was mit der Junkers W33 „Bremen“ auf sich hat, die dort steht. Es handelt sich um das erste Flugzeug das einen erfolgreichen Transatlantikflug von Ost nach West durchgeführt hat. Was mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war, ist die Tatsache das die Maschine dort in der Halle keine Kopie oder Nachbau ist. Es handelt sich um die Originalmaschine. Am 12. April 1928 startete Hermann Köhl zusammen mit  von Hünefeld und James C. Fitzmaurice vom Flugplatz Baldonnel in Irland. Nach 37 Stunden landete Köhl die Maschine auf der Insel Greenly Island vor der kanadischen Küste. Eigentliches Ziel des Fluges war allerdings New York, welches aber aufgrund von Kompassabweichungen deutlich verfehlt wurde. Die Junkers W33 wurde später für 6 Monate in der New Yorker Centralstation an der Decke aufgehangen präsentiert. Danach wurde die Bremen von der Smithsonian Institution übernommen wo sie bis zum Jahr 1936 verbleibt. In  der Folge erwarb Henry Ford die Maschine für das Henry Ford Museum in Dearborn bei Detroit wo sie ausgestellt wurde. Am 15.03.1997 wurde ein Leihvertrag zwischen dem Henry Ford Museum und dem Verein „Wir holen die BREMEN an Bremen e.V.“ geschlossen. Schon am 21.04 1997 traf die Bremen an Bord von 2 C-160D Transall des LTG62 aus Wunstorf auf dem Flughafen Bremen ein. Ich habe im Netz eine Präsentation gefunden die eigentlich den ganzen Vorgang in Bildern zeigt. Im Jahr 2009 wurde der Leihvertrag von der Flughafen Bremen GmbH übernommen und im Jahr 2011 wurde der Leihvertrag um 10 weitere Jahre verlängert.
    Bei der ganzen Recherche zu diesem Thema ist mir auch klar geworden warum einer der A310 MRTT der Luftwaffe den Namen „Hermann Köhl“ trägt. Nicht nur aufgrund des Transatlantikfluges passt der Name, Hermann Köhl führte auch Überlegungen zur Luftbetankung durch. Alle 3 Mitglieder des Fluges erhielten neben diversen anderen Auszeichnungen das Distinguished Flying Cross der Vereinigten Staaten.

    Alles in allem hat sich die Fahrt nach Bremen definitiv gelohnt und durch die Recherche zur „Bremen“ habe ich nebenbei noch eine Menge neues Wissen erlangt.

     

  • Mon, 05 Jun 2017 17:47:46 +0000

    Oostwold Airshow 2017

    Es war mal wieder so weit und die Oostwold Airshow stand an. Im Jahr 2015 war mein erster Besuch, dieser alle 2 Jahre stattfindenden Airshow. Der Untertitel der Veranstaltung war „Time Flies“. Schon im Jahr 2015 war ich begeistert und das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Einige Teilnehmer waren auch beim letzten mal zu bewundern, andere waren für mich neu. Wie zum Beispiel die 3 anwesenden Curtiss Maschinen. P-40C Warhawk, P-40F Warhawk und 75A-1 Hawk. Auch die Spitfire aus Norwegen und eine zweite Mustang waren neu für mich. Ich habe wieder beide Tage besucht und auch das Wetter hat mitgespielt. Es war zwar leucht unentschlossen, wechselte zwischen „zu warm für Pullover“ und „Ich glaub ich brauch eine Jacke“ aber es blieb sowohl am Sonntag als auch am Montag Trocken. Die ersten Tropfen kamen erst als wir schon auf dem Rückweg waren. Verblüffend war, das man sich auch nach 2 Jahren, sofort wieder wie zuhause gefühlt hat. Das Gelände war wieder gleich aufgebaut und alles war wieder so perfekt organisiert. Tolle, sehr rechtzeitige Beschilderung und weder bei An- oder Abfahrt nicht der kleinste Stau. Was die Organisation und die Logistik einer solchen Veranstaltung angeht, scheinen die Holländer einen genetischen Vorteil zu haben. Anders ist es ja fast nicht zu erklären das alles so stress frei abläuft. Auch das nicht übertrieben reagiert wurde, angesichts des Anschlags in London, fand ich klasse. So habe ich noch extra nachgefragt ob es okay ist Glasbehältnisse (Bockwurst) oder Dosen (Getränke) mitzunehmen, da ich auf der letzten Airshow in Leeuwarden andere Erfahrungen gemacht hatte. Hier bekam ich vie Facebook die Auskunft „Should be okay“ und war es auch. Auch das von den Reenactors den ganzen Tag mit Flak und diversen Handfeuerwaffen „herumgeballert“ wurde, empfand ich nicht weiter als störend. Kann mir aber die wütenden Leserbriefe vorstellen die es hierzulande vermutlich hageln würde. Außerdem ist mir aufgefallen das es offensichtlich möglich ist, ein solches Gelände, sauber zu hinterlassen. In Deutschland vermutlich undenkbar, in den Niederlanden möglich. Auf der ganzen Grasfläche konnte man nirgends Müll entdecken und ich habe niemanden gesehen der die Aufgabe hatte Müll zu sammeln. Scheinbar läuft bei unseren westlichen Nachbarn irgendwas richtig. Auch gab es an den Verpflegungsständen keine wirklichen schlangen und das Angebot reichte von Fisch über Pommes bis zu einem Pulled Pork Sandwich. Letzteres hat klasse geschmeckt und war eine willkommene Abwechslung. Den Preis für beide Tage (25€ zusammen) fand ich vollkommen okay. Und es freut mich zu lesen das die Airshow mit 30.000 Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt hat. So war es ein voller erfolg und der nächsten Ausgabe in 2 Jahren steht hoffentlich nichts im Wege. Ich werde jedenfalls wieder dabei sein.
    Bei solchen Veranstaltungen, gerade in den Niederlanden, frage ich mich warum dort vieles möglich ist, was hier scheinbar unmöglich ist. Hier stehen solche Flugzeuge oft in einem Museum, teilweise nicht wirklich gepflegt, ehr stiefmütterlich behandelt. In anderen Ländern (Niederlande, Norwegen oder auch England) werden diese Flugzeuge am fliegen gehalten und es kommen sogar neue dazu. Wie zum Beispiel der Starfighter in Norwegen.
    Nun sind es schon allein für den Sonntag, den ersten Tag, über 100 Bilder geworden. Daher werde ich wohl einen zweiten Post machen mit den Bildern vom Montag. Sonst wird es vielleicht etwas viel 😉 Trotzddem wünsche ich natürlich viel Spaß beim anschauen und wie immer freue ich mich über Feedback. Ein kleiner Hinweis noch, damit die Beschreibungen zu den Fotos sich aktualisieren muss man ggf. kurz die Maus bewegen. Viel Spaß

     

  • Mon, 22 May 2017 13:25:12 +0000

    SAR MEET 2017 in Nordholz

    Nun schon zum zweiten mal fand in diesem Jahr das SAR MEET in Nordholz statt. Und zwar im Zeitraum vom 17.05.-22.05.2017. In diesem Jahr hatte ich die Chance und Gelegenheit das ganze geschehen von der Inneren Seite des Zauns zu beobachten. Dazu gehörten auch verschiedene Vorträge und das Briefing vor der Flying Challenge. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Dadurch verändert sich die ganze Sichtweise auf eine solche Veranstaltung. Wenn man vor dem Zaun steht, dann sind es einfach „nur“ Hubschrauber. In diesem Fall wusste ich aber wer in den Hubschraubern sitzt, habe gesehen wie die Crews angekommen sind und habe verfolgen können wie sie sich auf die Flying Challenge vorbereitet haben. Und natürlich sieht man dann auch was für ein gewaltiger Aufwand hinter den Kulissen betrieben werden muss, damit eine solche Veranstaltung reibungslos stattfinden kann. Ich war auch schon vorher dankbar für jeden Spottertag und war eigentlich immer mit dem gebotenen zufrieden. Aber dieses Tage im Geschwader haben meine Sicht noch etwas verändert. Denn einen direkten Nutzen haben die Organisatoren nicht, abgesehen von einem noch höherem Aufwand. Aber so weit ich es im Internet verfolgt habe hat sich eigentlich auch keiner der rund 300 Spotter beschwert. Der Tenor war im großen und ganzen „Klein aber fein“. Etwas negativ fallen dann natürlich wieder einige auf. Da stehen die Hubschrauber schon ohne Absperrungen damit sie besser zu fotografieren sind und dann gibt es wieder die Spezies die meinen sie müssten erstmal klappen an den Hubschrauber öffnen. Oder die, die bei der Abfahrt des Bus zum Ausgang offensichtlich unauffindbar sind.

    Die Flying Challenge am Freitag bestand aus einer Navigationsaufgabe und einer, verkürzt gesagt, Geschicklichkeitsprüfung bei der verschiedene Aufgaben gelöst werden müssen. Eine Aufgabe war zum Beispiel das die Crews bei der Ankunft zurück in Nordholz einen ausgewählten Song über Funk singen mussten. Der Punkt für die Außenlandung musste sich erst morgens nach dem Briefing „erarbeitet“ werden, durch das lösen von Aufgaben. Und auch unterwegs gab es verschiedene Aufgaben, wie das Auffinden von Zahlen oder das Zählen von Schafen.

    Am Samstag fand dann am Morgen erst der Spottertag statt, gefolgt von einem Familienfest und einer Party am Abend. Im Rahmen des Familienfest gab es auch die Wurster Highland Games und ein kleines Flying Display der Maschinen des MFG5. Es war ein tolles Wochenende, allerdings war ich am Samstag Abend auch froh das es vorbei war. Ab Mittwoch Nachmittag habe ich zuhause eigentlich nur das Bett genutzt und die restliche Zeit auf dem Fliegerhorst verbracht.

    Anwesend waren Crew’s aus Belgien,Deutschland,Polen,Litauen,USA,Österrech,Dänemark (per Auto), Portugal (per Auto) und der NATO (E-3 Crew)

    2 Videos sind auch in der Sammlung unten zu finden. Den Gesang der UH-1D Crew habe ich aufgenommen und das zweite Video stammt von Airpix-one

     

  • Sat, 15 Apr 2017 16:26:34 +0000

    April 2016 im Überblick

    Im April war einiges los in Nordholz. Neben E-3A der Nato, Antonov 124, S-76 von Wiking, stand der Monat ganz klar im Zeichen der Multinationalen Übung Joint Derby 2016. Im Verlauf dieser Übung habe ich es dann auch tatsächlich geschafft mal einen A400M vor die Linse zu bekommen.  Eines der Bilder von mir hat es dann sogar bis in den „Augen Geradeaus“ Blog geschafft. Herr Wiegold war auch so nett mich im laufe der Übung auf dem laufenden zu halten was Probleme beim A400 anging. Die insgesamt 12 Tägige Übung führte aber nicht nur den A400 nach Nordholz. Mehrere C-160D und 2 Österreichische Hercules waren auch an den Verlegungen auf dem Luftweg beteiligt. Nordholz war im Rahmen der Übung für mehrere Tage eine Art Drehscheibe über die etwas 1.200 Soldaten „weiterverteilt“ wurden. Im Rahmen der Übung wurde aber nicht nur der Lufttransport geübt. Ebenso wurden Fahrzeuge auf dem Seeweg angeliefert. Diese kamen aus Emden und wurden in Bremerhaven entladen. Bremerhaven und Nordholz dienten bei der Übung als Sea- and Airport of Debarkation. Der Sammelraum der Einheiten war Garstedt und das Ziel Munster.  Jetzt mit einem Jahr Abstand kann man sich zu dem Thema auch gut die Bundeswehrseiten anschauen, da es dort viele Berichte und Hintergrundinformation, sowie Bilder und Videos gibt.
    Gefreut habe ich mich in dem Monat auch über die recht Schicken Bilder der Antonov 124 die mir gelungen sind. Ich wählte an dem Tag die eigentlich, zum fotografieren, schlechtere Nordseite. Da die Landung aber gegen Abend stattfand war die Sonne schon weit genug herum und außerdem war es zu diesem Zeitpunkt ein tolles Licht für Fotos.

    Man muss natürlich auch ehrlich sein und zugeben das der Monat ohne das Manöver fotografisch ehr mau gewesen wäre.

     

  • Sun, 09 Apr 2017 19:43:59 +0000

    Nach langer Zeit mal wieder Bremen

    Da ich inzwischen schon Berge von Sea King und Lynx Bildern mein eigen nenne, habe ich mir gedacht das ich vielleicht mal ein wenig Abwechslung bräuchte. Da kam die Mitteilung in einer WhatsApp Gruppe, das am Sonntag den 09. ein A330 nach Bremen kommen sollte gelegen. Auch bei der weiblichen Seite habe ich den Wunsch unverzüglich vorgetragen. Man hatte zwar kein Interesse mich zu begleiten aber kein Problem damit wenn ich mir einen schönen Tag mache. Wenn sie gewusst hätte das IKEA nur 5 Minuten vom Flugplatz ist ;). Im Verlauf der Woche stellte kristallisierte sich dann immer mehr heraus das der Sonntag, zumindest was das Wetter angeht, DER Tag werden sollte. Blauer Himmel und 20°C waren vorhergesagt. Und um es vorweg zu nehmen, der Wetterfrosch hatte recht. Am Samstag Abend kam dann noch die Nachricht das auch eine Hercules der US NAVY Gast in Bremen sein sollte. Gegen kurz vor neun stieg ich also mit einem Grinsen im Gesicht in mein Auto und machte mich auf den Weg. Schon vor der Abfahrt habe ich Infos bzgl bester Spotterposition von einem Bremer Spotter bekommen. Das setzte sich nach der Ankunft fort, ich wurde quasi interaktiv geleitet. Vermutlich wäre ich ohne Anweisung einfach ein paar hundert Meter zu früh stehen geblieben. An dieser Stelle vielen Dank an meinen „Guide“ Andy. Das Wetter war dann auch tatsächlich so gut, das es schwer war keine guten Bilder zu machen. An dieser Stelle viele Grüße an alle anwesenden, zwischenzeitlich war es schon fast voll am Zaun. Auch wenn ich große Flugzeuge mit der Antonov 124 aus Nordholz gewohnt bin, so ist es immer wieder beeindruckend wenn etwas mit 60m Spannweite auf einen zugeflogen kommt. Und nicht allzu lange nach der Ankunft der A330, konnte man schon das dumpfe Brummen der C-130 hören. Auch ein schöner Fang. Eine Hercules und dann auch noch von der Navy. Rund um Hercules und A330 habe ich natürlich auch alles weitere aufgenommen was den Weg nach Bremen gefunden hat. Bei den Fotos habe ich wieder versucht ein wenig Mehrwert zu schaffen und geschaut was ich zu den einzelnen Maschinen finden konnte. Das meiste steht direkt in den Texten zu den Bildern. Zu dem Onur Air A330 wäre vielleicht noch zu sagen das er auch schon für Air India geflogen ist. Von Ende 2007 bis März 2015 als VT-IWB. So findet man in den Tiefen des Internets unter anderem einen Bericht zu einem Zwischenfall mit dieser Maschine am 05.07.2017. Und auch einen Report über einen Flug mit eben dieser Maschine habe ich finden können. In diesem Fall ist es schon klasse das es das Internet gibt und es nichts vergisst. Man könnte ja denken das es erst die Version 200 gab und dann der A330-300 folgte. Da ich das so geschrieben habe, ist die Vermutung richtig das es nicht so ist. Der -200 hatte seinen Erstflug rund 5 Jahre nach der -300 im August 1997. Der Rumpf ist im Vergleich zur -300 verkürzt und das Tankvolumen um rund 41.500 kg erhöht worden. Es handelt sich also um eine Langstreckenversion. Die A330-200 war im übrigen das erste Flugzeug der Luftfahrtgeschichte, das gleichzeitig die Zulassung durch Europa (damals JAA, jetzt EASA), USA (FAA) und Kanada (Transport Canada)  erhalten hat.
    Nach dem Start des A330 war soviel Flugbetrieb nicht mehr in Sicht und es stellte sich die Frage, was tun mit dem angefangenen Tag. Ein Teil der „Zaungäste“ entschloss sich dazu die Biz-Jets im Norden des Airport abzulichten. Ich hatte mir schon vorher überlegt dem Flugplatz in Ganderkesee (EDWQ) mal einen Besuch abzustatten. Als Nebeneffekt hatte ich so auch eine andere Route auf der Rückfahrt, diesmal westlich der Weser. Ich hatte schon vorher gesehen das an Wochenenden dort eine PC-6 Fallschirmspringer absetzt. Und diese Maschine war auch tatsächlich im Einsatz. In nur 30 Minuten die ich dort war, konnte ich dennoch tolle Bilder machen. Zumindest der Pilotin der PC-6 haben sie gefallen. Sie hat ein Bild tatsächlich auf Facebook entdeckt und gefragt ob sie wohl welche im Original bekommen kann.
    Der Tag war definitiv klasse, der Ausflug nach Bremen und Ganderkesee hat für viele neue Eindrücke gesorgt und sich definitiv gelohnt.